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Wie werden Computer in der Edelstahlproduktion eingesetzt?

Die Fertigungsprozesse in der Stahlindustrie stellen Ansprüche, denen die klassischen ERP-Systeme (Enterprise Ressource Planning) nicht ausreichend gerecht werden. Moderne Stahlhersteller unterstützen ihre Produktion daher mit einem speziellen Dispositionssystem, das mit sogenannten Softwareagenten arbeitet. Es unterstützt die Planung und Überwachung der Stahlproduktion. Diese Multiagententechnologie in der Stahlproduktion wird als MasDispo bezeichnet.

Die Softwareagenten sollen für hohe Flexibilität und schnelle Reorganisation sorgen. Dies sind unabdingbare Kriterien bei der Produktionsplanung und -überwachung in der Stahlproduktion. Planung und Steuerung der Stahlproduktion sind durch Softwareagenten in optimalerweise computergestützt. Die Softwareagenten sind ein wichtiges Werkzeug, wenn es um schnelle Anpassung an Erfordernisse geht, die sich zum Teil sehr dynamisch verändern. Bei den heutigen Mengen, die in der Stahlproduktion hergestellt werden, bedarf es also großer Anpassungsfähigkeit.

Die alltägliche Anwendung von MasDispo im Stahlwerk dient der Berechnung für das angestrebte Tagesprogramm. In diese Berechnung können alle relevanten Parameter eingegeben werden. Unter Berücksichtigung dieser Parameter wird dann vom Programm eine optimale Lösung errechnet. Dabei stützt sich das System auf aktuelle Produktionsdaten sowie Fertigungspläne und berücksichtigt Abhängigkeiten sowie deren Auswirkungen. Das Programm geht dabei bemerkenswert unstatisch vor. Sogar potenzielle Abweichungen vom geplanten Produktionsablauf können erkannt und ihre Behebung unterstützt werden. Gerade für die spezifischen Anforderungen der Stahlproduktion ist ein solch anpassungsfähiges und präzises Programm sehr wertvoll. Wegen der engen Temperaturführung in den Hochöfen eines Stahlwerks besteht nur ein sehr geringer zeitlicher Spielraum, was die Produktion anbelangt. Durch MasDispo kann man drohende Abweichungen des Produktionsablauf frühzeitig erkennen und unterbinden.

Dabei geht MasDispo immer von einer sehr kurzfristigen Planung aus. Es werden sogenannte “Tagessollpläne“ erstellt. Dadurch soll, zeitnah an die Gegebenheiten und Aufgaben, eine optimale Auslastung der Stahlwerksaggregate und der Produktionsressourcen ermittelt und gesichert werden.

Teilweise wird sogar das Management der Lieferkette vollständig computergestützt. Dieses Verfahren nennt sich SCM (Supply Chain Management). Die Produktion wird auf Grundlage der Kundenbestellungen gesteuert. Dies vollzieht sich über den gesamten Fertigungsprozess: von der Anlieferung des Roheisens im Stahlwerk bis zur Weiterverarbeitung zum Edelstahl Rohr. Somit wird der Materialfluss in der Produktionskette von Beginn an computergestützt geplant und überwacht. Bei sachgerechter Anwendung können die Arbeitsabläufe also optimal in die Tat umgesetzt werden, was letztlich für koordinierteres und entspannteres Arbeiten und zufriedene Kundschaft sorgt.

Man sieht also, dass Computer in der Stahlproduktion durchaus eine Rolle spielen können. Sogar eine sehr entscheidende, wenn beide der hier genannten Systeme in einem Betrieb verwendet werden. Das besondere an MasDispo ist die schnelle Anpassungsfähigkeit. Gute und praxisbezogene Eingabemöglichkeiten (Parameter), sowie eine exakte Berechnung der entsprechenden Formel, machen dieses Programm so wertvoll in der Stahlproduktion. Schnellstmöglich kann man sich neuen Szenarios anpassen, da man schnell die theoretischen Grundlagen ermitteln kann. Nur die praktische Umsetzung bleibt (wie immer) am tüchtigen Arbeiter hängen, damit aus dem Rohmetall ein Kugelhahn (oder was auch immer) werden kann.